Ein Farbmanagement-Setup wäre auch anders möglich: über das konventionelle Anlegen von Programm- und Dokument-Vorgaben. Damit CMS-Setups aber elegant und komplett transportiert werden können, führt, so wie Quark es jetzt umgesetzt hat, kaum ein Weg an Job Jackets vorbei. Wo liegen aber die konkreten Vorteile bei dieser Verfahrensweise?
Menüreduktion
Zu sehen ist dies unter anderen in QuarkXPress -> Einstellungen -> Farbmanager. Dort stehen jetzt die Settings für Quellen und Ausgabe sowie der Rendering Intent für das Softproofing. Diese Bereiche sind durch das Job Jacket konfiguriert worden. Ebenso finden Sie jetzt die entsprechenden PDF-Ausgabestile von PDFX-ready vor. Und zwar immer nur die, die passend sind für das beim Dokument-Erstellen gewählte Farbmanagement. So kann es nur schwer passieren, ein unpassendes Setting auszuwählen. Aus der Sicht des unbedarfteren Anwenders ist das ein klarer Vorteil.

Ausgabe-Überprüfung
Eine weitere Besonderheit dieser Konfiguration mittels Job Jackets: Vor der Ausgabe findet eine sog. Evaluierung statt, das bedeutet, es werden verschiedene Dinge überprüft. So wird etwa geprüft, ob auch wirklich die richtigen Quell- und Ausgabesettings gewählt sind. Auch hier würde man auf einen potentiellen Konfigurationsfehler hingewiesen, was das Risikopotential deutlich senkt (Ausnahme: bildspezifische Abweichungen). Unsere Job Jackets prüfen zusätzlich noch auf fehlende Bilder oder Schriften und Textüberläufe. Mit Job Jackets könnten noch mehr Dinge überprüft werden – dies soll die Basis sein. Machen Sie sich mit den Möglichkeiten vertraut, um weitere Regeln für Ihre betrieblichen Workflows zu integrieren.

Kein sichtbarerer Handlings-Unterschied
Für den Normal-Anwender ist das CMS in XPress mit diesem Ansatz leichter zu „händeln“. Nach aussen hin ändert sich eigentlich nichts, dafür bekommt man aber einige Vorteile mit. Einzig der Weg „Neu von Ticket“ für Spezialfälle muss neu gelernt werden. Administratoren müssen allerdings ein wenig dazu lernen – siehe Nachteile dieses Konzepts…
Transportables Farbmanagement
Wird das Farbmanagement konvetionell aufgesetzt so kommt es
– bei der Weitergaben von offenen Daten
– und bei Modifikationen an der CMS-Konfiguration in der Arbeitsgruppe
zu nebenstehender Warnmeldung beim Öffnen älterer Dokumente. Vorrausetzung ist, dass ein im Dokument verwendeter Farb-Ausgabestil auf Programm-Ebene nicht mehr zur Verfügung steht.
Dies ist etwa bei Druckereien der Fall, die viele offene Daten erhalten. Wird der Farb-Ausgabstil an das Job Jacket des Projekts angefügt , so geht dabei der ursprüngliche Name der Einstellung verloren. Ohne Wissen über die Job-Jacket-Technologie ist der Konfigurationsinhalt dann nur noch schwer nachvollziehbar. Wird der Farb-Ausgabestil dagegen durch die Standardeinstellung ersetzt, geht dabei die ursprüngliche Farbkonfiguration des Datenerstellers verloren!
Möchte man diese Entscheidung nicht der Druckerei überlassen und auch intern die Layouts farblich „fixieren“, dann ist ein Setup auf Basis von Job Jackets ratsam! Dann ist sichergestellt, dass sich das CMS problemlos transportieren lässt und sich unabhängig von Programmkonfigurationen konsistent verhält.
Lerneffekt: Dokumentsetup
Dadurch, dass die Wahl für das konkrete Farbmanagement bei der Dokumenterstellung über das Job Jacket getroffen wird, ist nochmals verdeutlicht, wie der sicherste Weg aussieht, um CMS in XPress zu betreiben: schon bei der Dokumenterstellung und vor dem Layoutaufbau.
Lerneffekt: CMS-Module
Es wird klar, dass das CMS aus Modulen besteht, die auf verschiedenen Ebenen wirken. Die Präferenz definiert die absoluten Basics (CMM, BPC, Vektor-CMS…), die später unabhängig vom Ausgabeweg für alles gelten sollen.
Die Ebene darüber ist die Basis-Konfiguration für den häufigsten Ausgabeweg: das defaultjacket.xml.
Die höchste Ebene sind dann Ausgabewege, die Ausnahmefälle darstellen. Diese werden gesondert und bewusst über das jeweilige Ticket angesteuert.
Georg Obermayr, Januar 2007
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Comments ( 2 )
Antoinette Rozema added these pithy words on Jan 30 07 at 6:01 pmHallo Herr Obermayr,
wo kann ich die Job Jackets schützen, bevor ich sie an Kunden weiterschicke? In Ihren Job Jackets lassen sich die Einstellungen (z. B. Ausgabestile) nicht bearbeiten.
Mein eigenes Job Jacket lässt sich bearbeiten.Antoinette Rozema
Georg Obermayr added these pithy words on Jan 30 07 at 8:01 pmHallo Frau Rozema,
Ein “Schutz” auf Dateiebene ist in JJ m.W. nicht implementiert.
Einzelne Ausgabe- u. Quellstile liesen sich im XML-Schema schützen (lock). D.h. Sie könen durchaus die Komponenten des JJ schützen, jedoch nicht die Gesamt-Konstellation als solche.
Ein echter Schreibschutz des JJ wäre auch nur schwer umzusetzen, da sich beim “Andocken” eines Dokumentes an das JJ ja das Jacket ja selbst verändert.
Notwendig wäre eher ein Rechtemanagement um Zugriff auf best. Bestandteile des JJ einzuschränken. Ich hoffe, dass so was über kurz oder lang kommt.Umgekehrt ist ja gerade das defaultjacket.xml nicht mal so “aus versehen” zu ändern, so das ich hier wenig Risiko sehe unbewusst etwas zu verändern.
Es gehören nämlich mehr Schritte dazu, um ein geändertes Setting wieder in das Mutter-JJ zu überführen.Die Ausgabestile meiner JJs sind nicht geschützt. Ich weiß, dass sie nicht im Dialog “Ausgabestile” auftauchen obwohl das JJ richtig dafür konfiguriert wäre. Warum das so ist, konnte ich bisher noch nicht konkret eingrenzen. Eine Ausgabe auf der Basis der Stile ist jedoch problemlos möglich.
Georg Obermayr
