FAQ: XPress 7 CMS Quelleneinstellungen von PDFX-ready?

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Die Schweizer Initiative PDFX-ready hat bisher keine Settings und Empfehlung für die CMS Quelleneinstellungen in XPress 7 herausgebracht. Warum das auch zukünftig nicht passieren wird und wie man trotzdem sicher arbeiten kann klärt dieses FAQ.

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F: Warum gibt PDFX-ready keine Quelleneinstellungen für XPress 7 heraus?
A:
PDFX-ready stellt PDF-Ausgabestile für XPress 7 bereit. Diese beinhalten auch das Farbregelwerk von PDFX-ready, dass eine unveränderte Ausgabe der im Layoutprogramm platzierten und erstellten Farben vorsieht. Im Falle von PDFX-ready machen diese sog. Farb-Ausgabestile ca. 80% einer vorhersehbaren Produktion aus.
Wer auch noch die letzten 20% aus dem XPress 7 Farbmanagement herausholen möchte braucht sog. Quelleneinstellungen. Der Einsatz von Quelleneinstellungen stellt einen reinen Zusatz-Nutzen dar und ist nicht zwingend zur sicheren Ausgabe erforderlich – sofern die von PDFX-ready vorgegebenen Best Practices beim Dokumentaufbau (siehe 2) eingehalten werden!
Darüber hinaus ist die Weitergabe von Quelleneinstellungen nicht so leicht zu bewerkstelligen wie bei PDF-Ausgabestilen und es gibt einige Regeln zu beachten beim Einsatz dieser Settings. Dies hätte in beiden Fällen dem Grundgedanken einfacher Kochrezepte bei PDFX-ready widersprochen.

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F: Gibt es Probleme, wenn ich ohne an meine Ausgabebedingung angepasste Quelleneinstellungen gemäss PDFX-ready ausgebe?
A:
Nein, sofern einige Regeln beim Aufbau der Layouts beachtet werden:
– Im Layoutprogramm werden nur druckfertig optimierte CMYK-Daten platziert. Dabei ist darauf zu achten, dass diese auch wirklich für die jeweilige Ausgabebedingung (Coated, Uncoated, Newspaper usw.) aufbereitet wurden. Für Bilder bedeutet dies, dass sie nur in Photoshop separiert werden (early binding workflow); Vektorgrafiken, Farbflächen, Schriften usw. sind ebenfalls immer gleich in CMYK anzulegen. XPress 7 braucht/soll somit keine Farbkonvertierungen bei der Ausgabe mehr vornehmen.

– Bei CMYK-Elementen sollten verschiedene Ausgabebedingungen nicht miteinander vermischt werden. Sprich ein Dokument für ISO Coated v2 sollte auch nur Bilder im Farbraum ISO Coated v2 enthalten und nicht etwa auch Bilder die für den Zeitungsdruck aufbereitet wurden.

– Obwohl es nicht erwünscht ist, kann es jedoch trotzdem vorkommen, dass XPress 7 unbemerkt Farbkonvertierungen bei der Ausgabe vornehmen muss. Dies passiert immer dann, wenn bei der Transparenzreduzierung verschiedene Farbmodi miteinander vermischt werden. Ist etwa ein RGB-Bild transparent gestellt so wird dieses auch bei der PDFX-ready Ausgabe nach CMYK konvertiert! Um also sicher mit Standard-Quelleneinstellungen arbeiten zu können ist es im Besondern beim Einsatz von Transparenz enorm wichtig verschiedene Farbmodi und Farbräume nicht miteinander zu vermischen! Nur wenn alle Elemente bereits in CMYK (oder Sonderfarbe) platziert sind kann verhindert werden, dass keine unkontrollierten Konvertierungen von RGB nach CMYK stattfinden.

– Mit Standard-Quelleneinstellung ist “QuarkXPress 7.0 Default” gemeint. Wird nichts an der Standard-Farbmanagement Einstellung von XPress geändert ist dies Voreinstellung für alle neuen Dokumente. Werden Daten aus älteren QuarkXPress-Versionen in XPress 7 weiterverarbeitet so müssen diese vorher über eine festgelegte Prozedur konvertiert werden. Dies ist hier im Detail beschrieben.

– Werden Sonderfarben aus den “Pantone Process” Bibliotheken verwendet so fallen diese bei der Ausgabe durch das PDFX-ready Preflight. Um hier PDF-Dateien gemäss PDFX-ready zu erstellen kann momentan nur empfohlen werden auf solche Sonderfarben beim Layoutaufbau zu verzichten, oder aber eine eigene Quelleneinstellung anzulegen (siehe 3).

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F: Welche Vorteile kann ich aus dem Einsatz von Quelleneinstellungen ziehen?
A:
– Ohne Quelleneinstellungen kein Softproofing! Nur wenn dieses korrekt erstellt und angewandt ist eine akkurate Monitordarstellung der Farben möglich.

Wird gemäß obigen Best Practices gearbeitet ist dies eigentlich der wichtigste Grund. Für alternative Workflows sollte noch folgendes beachtet werden:
– Ist es gewünscht, dass XPress 7 Bilder oder Flächen bei der Ausgabe farbkonvertiert werden so geht dies nur über eine Quelleneinstellungen in der die Rendering Intents passend eingestellt sind.

– Wird mit Bildern ohne eingebundenes Farbprofil gearbeitet gilt für diese das Quellen-Standard-Profil. Beim Softproofing sowie bei eventuellen Ausgabe-Konvertierungen ist es daher wichtig, dass diese Profil-Zuweisung passend vorgenommen wurde.

– Im PDFX-ready Umfeld wird all dies relevant, wenn mit Transparenz gearbeitet wird. Dann können unter Umständen auch bei PDFX-ready Farb-Konvertierung auftreten! Auch hier sollten dann Quellen-Standard-Profile (bei unprofilierten Bildern) sowie Rendering Intents sauber konfiguriert sein – jedoch auch hier nur wenn nicht gemäß obigen Best Practices gearbeitet wird (siehe 2).
Im Zusammenhang mit Transparenz ist in jedem Fall das CMYK-zu-CMYK-Farbmanagement in den Quellen zu deaktiveren – auch wenn der komplette Dokument-Aufbau nur aus CMYK-Elementen besteht!

– Mit einer eigens angepassten Quelleneinstellungen kann das oben angesprochene Problem bei Pantone Farben zuverlässig gelöst werden. Für alle “benannten Farben” und “Druckfarben” kann somit CMYK als Basis- oder Alternativ-Farbraum vorgeben werden.

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F: Welche Möglichkeiten gibt es Farbmanagement einzurichten?
A:
Es gibt im Groben zwei Möglichkeiten in XPress 7 Farbmanagement zu konfigurieren: Das konventionelle Setup (wenn alle Dokumente geschlossen sind) und das Setup auf Basis von Job Jackets. Beide Varianten habe ihre Vor- und Nachteile.
Beim konventionellen Setup kann es vor allem Probleme beim Austausch der Daten geben.
Für das Setup mit Job Jackets gibt es ein Referenz-Projekt in dem auch die Vor- und Nachteile beschrieben werden.

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F: Was muss zusätzlich beachtet werden?
A:
Dokumente aus älteren QuarkXPress-Versionen sollte nicht einfach in XPress 7 mit “neuen” Farbmanagement-Einstellung belegt werden. Zuvor ist es notwendig, das hier beschriebene Prozedere durchzuführen.
Kommt eine eigene Quelleneinstellung zum Einsatz sollte diese gleich zu Beginn bei der Dokumenterstellung ausgewählt werden – noch bevor das erste Bild platziert wird. Nur so ist sichergestellt, dass alle Bilder wirklich das selbe Verhalten in Bezug auf Rendering Intent, Standard-Farbraum und Wandlungen innerhalb eines Farbmodus aufweisen.

August 2007, Georg Obermayr

1 Comment FAQ: XPress 7 CMS Quelleneinstellungen von PDFX-ready?

  1. Jens Baranek

    Erbsenzählerfrage:
    Wenn ich Bilder für einen anderen Farbraum aufbereitet habe (durch Profilkonvertierung, z.B. Tiefdruck) – brauche ich dann auch andere Quelleinstellungen ?

    [Georg Obermayr]: Wie ich oben geschrieben habe: Es kommt darauf an. Wenn Sie alles ganz korrekt machen wollen brauchen Sie auch andere Quelleneinstellungen. Wenn Sie aber mit PDFX-ready (“Unverändert”) ausgeben und die in Punkt 3 angegebenen Vorteile egal sind können Sie auch mit anderen (Standard-)Quelleneinstellungen arbeiten. Die Farbnummern der Bilder in der Tiefdruck-Ausgabebedingung werden ja ohne Änderung ausgegeben.

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