XMP ist eine Technologie für Metadaten, die von Adobe entwickelt und forciert wird.
Lesen Sie welche Vorzüge und Besonderheiten XMP gegenüber anderen Metadaten-Schemata hat und wieso Sie zukunftige Media-Asset-Management Workflows auf der Basis von XMP planen sollten.
1. Was sind Metadaten:
Metadaten sind Daten „über“ Daten.
Also jegliche inhaltliche Information über einen Datensatz, die über den bloßen Dateinamen hinausgeht.
Informationen über den INHALT einer Datei. Was wird dargestellt und welche Inhaltliche Bedeutung hat es.
Metadaten werden vom Anwender verstanden und können vom Computer ausgewertet werden!
2. Was ist XMP?
XMP ist ein von Branchenführer und Quasi-Monopolisten Adobe entwickelter und forcierter Standard zur Aufbereitung und Abspeicherung von Metadaten.
XMP basiert auf XML. Über sog. “Costum Panels” könne eigene XML-Schemen entwickelt werden, die auf die spezifischen Bedürfnisse bestimmter Kunden und Branchen abgestimmt sind.
XMP ist noch kein anerkannter Industriestandard, wegen der Marktmacht von Adobe ist XMP jedoch ziemlich zukunftssicher. Nahezu alle aktuellen Versionen der wichtigsten Media-Asset-Management Tools unterstützen XMP.
3. Wieso ist XMP besser?
Die XML-Schemen von XMP werden direkt im Header der Datei abgesichert. Sie werden bereits in der entsprechenden Erstellung-Applikation eingegeben (z.B. Photoshop) und sind dann ein fester Bestandteil der Datei während ihres weiteren Lebenszyklus.

Dadurch entwickeln sich die Metadaten weg vom propritären Abspeichern der einzelnen Asset-Tools hin zu einem offenen Standard der völlig unabhängig von bestimmten Programmen und Dateiformate agieren kann.
Das Innenleben der Datei gliedert sich daher wenn man so will in einen “File-Fork” und einen “Content-Fork”:
Im “File-Fork” sind die spezifischen Informationen des jeweiligen Dateiformates abgelegt, also die Bildpixel, Schriftinformationen, Farbprofile, Vektorbeschreibungen usw. Das differiert von Dateiformat zu Dateiformat.
Im “Content-Fork” sind die XMP-Metadaten abgelegt. Wie gesagt als XML-Schema im Klartext. Die Syntax von XMP ist immer gleich, egal welches Dateiformat.
Die Dateien werde dann ganz normal wie gewohnt im Dateisystem abgelegt. Nur die Eingabe der Metadaten muss natürlich manuell erfolgen, da es sich ja hierbei um Informationen handelt, die kein Computer wissen kann!
Mit XMP ist man an kein bestimmtes Media-Asset-Management Programm gebunden. Je nach Umgebung und Budget kann die Entscheidung individuell gefällt werden. Wichtig ist, dass die Applikation über einen Import/Export Filter für XMP verfügt.
Dadurch ist gewährleistet, dass die XMP-Informationen, die sich bereits in der Datei befinden in die Asset-Management Umgebung integriert werden können.
Und wenn in der Asset-Datenbank etwas an den Metadaten geändert wird, muss sichergestellt sind, dass die Änderungen auch wieder korrekt in den Content-Fork der Ursprungs-Datei zurückgeschrieben werden.
Nur dann ist der entscheidende Vorteil von XMP, nämlich die “Transportfähigkeit” der Daten und Metadaten gewährleistet.
Momentan sind die beiden wichtigsten Programme auf diesen Feld, Cumulus und Portfolio in der Lage dies zu tun (Portfolio aber leider nicht bei PDF-Daten). Auch einige kleinere und größere (Enterprise) Lösungen sprechen bereits XMP. Genauso wie natürlich Adobes eigene Bridge.
Es ergibt sich bei XMP ein Workflow dieser Art:

Die wichtigsten Formate in der grafischen Industrie unterstützen XMP:
TIFF, JPG, EPS Pixelformate sofern sie aus Photoshop kommen.
AI, EPS aus Illustrator. Da Freehand als Programm “tot” ist, erwartet hier niemand mehr eine XMP-Unterstützung.
PDF und Acrobat: Hier gibt es derzeit Diskussionen darüber, verstärkt auf XMP umzusteigen, da bestimmte Informationen (wie z.B. der Trapping-Key) noch im “alten” Info-Dictionary abgelegt werden.
InDesign.
Quark leider noch nicht. Hier besteht aber meine Hoffnung darin, dass Quark umknickt, wenn XMP die entsprechende Marktmacht hat.
4. Fazit
Mit XMP setzt sich ein Trend fort: Geschlossene, propritäre Datenhaltungen sind “out”. Modern ist XML und seine “Tochter” XMP.
Aus meiner Sicht ist es heute wenig zukunftssicher einen Media-Asset-Management Workflow aufzusetzen der NICHT auf XMP basiert.
Nur XMP ist offen, erweiterbar, Programm- und Dateiformat-unabhängig.
Georg Obermayr, März 2006
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Comments ( 3 )
Bernd Klehn added these pithy words on Apr 07 09 at 1:10 pmVielen Dank für die Informationen.
Wir möchten im Anlagenbau genauso wie es in der Druckindustrie bereits geschieht den Datenaustausch und die Jobsteuerung automatieren. Als Mittler soll hier genauso ein PDF Dokument dienen, in dem 3D-Daten (geht mit Acrobat Extended) und Metadata im .xml Format abgelegt sind. Nun meine Frage, ließen sich aus Deiner Sicht die xmp und JDF so erweitern, dass auch ein Anlagenbauprozess abgebildet werden könnte?Hast Du mal ein Beispiel JDF?
Gruß
Bernd
B.Klehn added these pithy words on Apr 07 09 at 1:56 pmRecht vielen Dank für die Information
Da wir im Anlagenbau genauso den Prozess wie in der Druckindustrie automatisieren möchten habe ich mal eine Frage. Könnte man xmp und JDF so erweitern, das die auch hier automatisiert werden können? 3D Daten (Via Acrobat Extended) kann man ja mitterweile in einem PDF einbinden.
Cheers
Bernd
